Themenbilder „Schulweg“ In Wittenbach Am Dienstag (06.10.15).  Zwei Kinder (9,11) überqueren An Einer Kreuzung Mit Ampel Mit Schaltknopf (Models Released Für Fussverkehr). Foto: Christine Bärlocher.
SCHULWEG THEMENBILDER
Themenbilder „Schulweg“ In Wittenbach Am Dienstag (06.10.15).  Zwei Kinder (9,11) überqueren An Einer Kreuzung Mit Ampel Mit Schaltknopf (Models Released Für Fussverkehr). Foto: Christine Bärlocher.

Auf den Schulweg vorbereiten

Wie bereiten Eltern ihre Kinder auf den Schulweg vor? Welche typisch kindlichen Verhaltensweisen gilt es zu beachten? Hinweise und mögliche Stolpersteine für die Verkehrserziehung.

Verkehrsarme Strassenzüge, tiefe Geschwindigkeitslimiten, gute Sichtverhältnisse und sichere Querungsstellen: Das sind Kriterien für einen idealen Einstieg, um Kinder an die richtigen Verhaltensweisen heranzuführen. Den Schulweg sollten Kinder bereits vor der Einschulung gut kennen, indem sie ihn mit den Eltern begehen, und zwar in beide Richtungen. Allerdings halten sich Kinder nicht dauerhaft an eine Route, sie wollen auch andere Wege ausprobieren. Es ist deshalb auch wichtig, solche Varianten gemeinsam auszuprobieren und auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.

Sich Zeit nehmen und üben

Wichtig ist, sich dafür Zeit zu nehmen. Wo Gefahr droht, bleiben Eltern stehen, gewinnen die Übersicht und erklären, was geschieht. Selbst kleinen Kindern kann man vermitteln, warum man sich auf eine bestimmte Weise verhält, und sie werden das Gesehene nachahmen. Mit zunehmender Erfahrung können Eltern ihren Kindern die Entscheidung zum Überqueren selbst überlassen, auch wenn sie selbst weiterhin dabei sind.

Begleiten

Bei den meisten Kindern und Schulwegen ist eine anfängliche Begleitung durch die Eltern sinnvoll und nötig. Die Dauer der Begleitung ist abhängig vom Schwierigkeitsgrad des Schulwegs und davon, wie gut das Kind die Aufgaben meistert. Falls das Kind bis zu den Herbstferien weiterhin auf Hilfe angewiesen ist, kann dies ein Indiz für einen unzumutbaren Schulweg sein. In diesem Fall sollten die Behörden Massnahmen zur Schulwegsicherung ergreifen.
Nach und nach fordern wir Kinder zu selbstständigerem Handeln auf und beobachten die Fortschritte. Ist der Zeitpunkt gekommen, dass das Kind den Schulweg allein in Angriff nehmen möchte, sollten sich die Eltern durch Beobachtung vergewissern, wie es sich im Strassenverkehr verhält. Welchen Weg wählt es, wo und wie überquert es Fahrbahnen?
Gerade beim «Alleingang» ist es wichtig, dass Kinder rechtzeitig und damit ohne Zeitdruck zur Schule gehen. Stresssituationen können dazu führen, dass sie unaufmerksam werden. Auch aktuelle Gefühle wie Trauer, Angst oder Wut beeinflussen das Verhalten unterwegs. Es ist ratsam, Kinder in solch starken Gefühlslagen zur Schule zu begleiten, unabhängig vom Alter.

In Gruppen zur Schule

Früher oder später haben die meisten Kinder, sobald sie ohne Elternbegleitung zur Schule gehen, das Bedürfnis, sich anderen Kindern anzuschliessen, die denselben Schulweg haben. Das ist grundsätzlich positiv: Gruppen werden im Verkehr besser wahrgenommen als einzelne Kinder. Entsprechend erhöht sich die Sicherheit. Auch der soziale Aspekt ist wichtig: Oft entstehen auf dem Schulweg Freundschaften. Zu beachten gilt aber: In Gruppen sind Kinder oft unaufmerksamer unterwegs, weil sie plaudern oder spielen.

Übungen für jedes Alter

Ab 2 Jahren: Auf dem Trottoir gehen.
Ab 3 Jahren: Am Trottoirrand halten.
Ab 4 Jahren: Quartierstrasse überqueren. Weg in den Kindergarten begleitet üben.
Ab 5 Jahren: Im verkehrsarmen Wohnquartier allein unterwegs sein.
Ab 6 bis 7 Jahren: Zwischen Sichthindernissen die Strasse queren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Verkehrserziehung beginnt lange vor der Einschulung, indem Eltern im Alltag Situationen aufzeigen, das richtige Verhalten erklären und Vorbilder sind.
  • Die Wahl des richtigen Schulwegs ist eine gemeinsame Aufgabe von Schulbehörden und Eltern.
  • Eltern und Kind sollten den festgelegten Schulweg mehrmals miteinander abgehen, auch mit möglichen Varianten.
  • Kinder sehen die Welt aus anderer Perspektive – wörtlich und im übertragenen Sinn. Wer sich in sie hineinversetzt, erkennt mögliche Gefahren.