Weg K2 02
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SCHULWEG THEMENBILDER
SCHULWEG THEMENBILDER
Weg K2 02 Themenbilder „Schulweg“ In St. Gallen Am Mittwoch (15.09.15) (Models Released Für Fussverkehr). Foto: Christine Bärlocher. Themenbilder „Schulweg“ In St. Gallen Am Freitag (25.09.15). Eine Mutter übt Mit Ihrem Mädchen (5) Das Überqueren Mit Fussgängerstreifen. Mögliches Themenbild „üben“ (Models Released Für Fussverkehr). Foto: Christine Bärlocher.

Kinder sind keine «kleinen Erwachsenen»

Kinder bringen noch nicht alle Voraussetzungen mit, um im Strassenverkehr sicher bestehen zu können. Auf diese kindlichen Besonderheiten muss ein spezielles Augenmerk gelegt werden.

Ablenkung

Wer Kinder und Erwachsene unterwegs beobachtet, erkennt viele Unterschiede. «Grosse» gehen zielgerichtet, «Kleine» bewegen sich meist langsamer und verspielter, ändern ihren Gehrhythmus oder die Richtung abrupt, sind allgemein spontan und ungeduldig. Gleichzeitig sind sie zwar interessiert an ihrem Umfeld und deshalb sehr aufmerksam, doch lässt ihre Konzentration mit der Zeit nach. Zudem sind sie leicht abzulenken, auch von scheinbar kleinen Dingen wie einem Flugzeug in der Luft oder einem lustigen Plakat. Aufmerksamkeit ist aber zentral, weil für Kinder viele Verkehrssituationen neu sind. Zudem kennen sie die Gefahren noch nicht und können deshalb nicht richtig auf sie reagieren.

Wahrnehmung

Auch aufgrund der geringeren Körpergrösse haben Kinder eine andere Perspektive auf den Verkehr. Stehende und fahrende Autos sind für sie eine Sichtbehinderung. Das Blickfeld ist im Vor- und Primarschulalter um etwa einen Drittel kleiner als bei Erwachsenen, und das kindliche Auge stellt verzögert zwischen nah und fern um. Zudem ist das Hörvermögen von Schulkindern zwar bereits voll ausgebildet, aber es ist ihnen noch nicht möglich, Geräusche genau zu lokalisieren.

Reaktionsfähigkeit

Wer Kinder beobachtet, stellt weitere Besonderheiten fest. So verlieren sie ihre Balance schneller als Erwachsene, weil ihr Körperschwerpunkt höher liegt. Eine einmal begonnene Bewegung können Kinder oft nicht sofort abbrechen. Das «Multitasking» beherrschen vor allem kleinere Kinder noch nicht. Beobachten und laufen zugleich ist beispielsweise eine Fähigkeit, die sich erst nach und nach entwickelt. Wer diese Voraussetzungen kennt, versteht besser, was hinter dem kindlichen Verhalten im Strassenverkehr steckt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kindern ist es bis zum 10. Lebensjahr nicht möglich, die Entfernung und Geschwindigkeit von Fahrzeugen einzuschätzen.
  • Kleinere Kinder sind nicht in der Lage, stehende von fahrenden Fahrzeugen zu unterscheiden. Für sie ist auch nicht klar, dass ein Auto aufgrund des Bremswegs nicht sofort anhalten kann.
  • Kinder gehen davon aus, dass der Autofahrer sie auch im Dunkeln sieht, weil sie selbst ja das Auto dank der Lichter sofort erkennen.